Die Rahmenbedingungen
Grundlage der Erarbeitung
war eine Gruppen-Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, die jeweils für zwölf bzw. neun
Monate bewilligt wurde.
Unter Leitung zunächst eines
promovierten Kunsthistorikers, sodann eines promovierten Historikers wurden
Texterfassung, Datenbankerstellung und Fotografien von vormaligen
Arzthelferinnen, Altenpflegern oder Büroangestellten vorgenommen.
Der Erfolg von
Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen bemisst sich nicht allein am produzierten Ergebnis
sondern vor allem an der Vermittlung der Teilnehmenden in den ersten
Arbeitsmarkt: Die ABM Bau- und Denkmalschutz (zu der auch eine „Außengruppe“
auf dem Jüdischen Friedhof gehörte) kann mit Stolz von sich behaupten, zu den
erfolgreichsten AB-Maßnahmen in Wuppertal überhaupt gehört zu haben.
Die Grenzen des Konzeptes
oder
Das Dilemma der architekturgeschichtlichen Forschung in
Wuppertal
- Durch Kriegszerstörung sind sämtliche
Wuppertaler Bauakten der Zeit vor 1945 verloren gegangen. Dies erschwert
die genaue Datierung der Bauten und die Zuschreibung an Architekten und
Bauherrschaft enorm.
- Ansätze zu architekturgeschichtlicher Forschung
und wissenschaftlich fundierte Literatur sind in Wuppertal auch aufgrund
dieser schwierigen Ausgangslage nur spärlich vorhanden. Zudem ist die
jüngere Literatur mitunter ungenau recherchiert.
- Leider sind auch die Denkmalbescheide der 1980er
Jahre sehr knapp gehalten und geben selten Auskunft über Baujahr,
Architekt, Bauherrschaft. Umfangreiche Nachforschungen waren durch die
MitarbeiterInnen der Unteren Denkmalbegörde neben dem Tagesgeschäft kaum
möglich. Erst seit 1991 entstanden ― auch aufgrund höherer
Anforderungen durch die EigentümerInnen und die Gerichte ―
informativere und mit größerem Zeitaufwand recherchierte Bescheide;
zwischen 1991 und 1996 waren examinierte KunsthistorikerInnen oder
ArchitektInnEn auf Werkvertragbasis für die Denkmalbehörde tätig.
Aus diesen Gründen sahen
sich die für die Konzeption der Digitalen Denkmalliste und der Denkmalliste im
Internet Verantwortlichen zu einigen Kompromissen gezwungen:
- Auf die Möglichkeit zu Suchabfragen nach
Urhebern/ Architekten, zu Epochen oder Datierungen wurde vollständig
verzichtet, um die Weiterverbreitung ungenauer oder nachweislich falscher
Informationen nicht zu begünstigen.
- Der mangelhafte Informationsstand zur
historischen Architektur in Wuppertal konnte bei der Arbeit an der
Denkmalliste im Internet nur in wenigen Fällen nachgebessert werden. Ihre
Aufgabe sahen die Kooperationspartner vor allem darin, mit der
Denkmalliste im Internet rasch und unkompliziert Auskunft über den
Rechtsstatus von Bauten geben zu können (Denkmal ja oder nein).
Die unbedingt wünschenswerte Vertiefung des Wissens über Wuppertals
Baudenkmale und die Verbreitung der Ergebnisse war im Rahmen des unter
erheblichem Zeitdruck stehenden Projektes nicht vorgesehen ― die
Bearbeitung dieses Mißstandes bleibt späteren Projekten vorbehalten.
- Die rechtskräftig gewordenen Denkmalbescheide
wurden in ihrer ― für bau- und stadthistorisch Interessierte
mitunter unbefriedigenden ― Kürze nur in einigen Fällen durch neuere
Erkenntnisse ergänzt.
Außerdem ist noch wichtig:
Eine Gesamtliste aller Wuppertaler Denkmale lässt sich leicht anzeigen: Im Feld "Angezeigt werden soll" die Option "Nur Denkmäler" auswählen und auf Start drücken (dauert eine Weile, es sind ja über 4200 Datensätze).
Umfangreiche Datensammlungen
zu Wuppertaler Bauten, Architekten und Bauherrschaften sowie zur Geschichte des
Briller Viertels in Wuppertal entstehen auf privater Basis. Hinweise sind jederzeit gern
willkommen ch.heuter@t-online.de.